Die Anwendung des CoPIE-Tools soll einen Vergleich regionaler Gründungsinfrastrukturen in verschiedenen Regionen Europas ermöglichen bzw. vereinfachen. Ein wesentliches Ziel aller bisher durchgeführten CoPIE-Untersuchungen war die aktive Auseinandersetzung der Verantwortungsträger/innen und Akteure im Bereich der Gründungsförderung mit den Anforderungen unterschiedlicher Zielgruppen.
Mit dem CoPIE-Tool besteht im Unterschied zu aggregierten nationalen Analysen, wie dem Global Entrepreneurship Monitor (GEM), erstmals die Möglichkeit, regionale Strukturen der Gründungsunterstützung zu analysieren.
Das CoPIE-Tool ist bereits in verschiedenen Regionen zum Einsatz gekommen (z.B. in Lissabon und Wales). Aufbauend auf diesen und eigenen Erkenntnissen aus der Analyse im Berliner Bezirk Mitte (2008), hat iq consult das CoPIE-Tool methodisch weiterentwickelt.
Das aktuelle Forschungsdesign bewertet die regionale Gründungsinfrastruktur auf Basis der Befragung der drei wesentlichen Akteure:
- Entscheidungsträger/innen aus Ministerien, öffentlicher Verwaltung und sonstigen Gründungsintermediären (z. B. Kammern, Landesbank etc)
- Gründungsberater/innen
- Gründer/innen und Jungunternehmer/innen
Mittels standardisierter Fragebögen werden die Interviewteilnehmer/innen gebeten, verschiedene Aussagen anhand einer fünfstufigen Skala (1=stimme gar nicht zu bis 5=stimme voll zu) zu bewerten. Die Aussagen sind zu folgenden zwölf Themenblöcken zusammengefasst:(1) Politik und Strategie, (2) Vorgehen und Umsetzung, (3) Monitoring und Evaluation, (4) Rahmenbedingungen, (5) Unternehmerische Bildung, (6) Sensibilisierung, (7) Vorgründungsunterstützung, (8) Nachgründungsunterstützung, (9) Zugang zu Finanzmitteln, (10) Infrastruktur, (11) Qualität, (12) Regulierung der Unternehmensgründung
Die Befragten werden darüber hinaus aufgefordert, einige Aussagen speziell unter dem Aspekt der Berücksichtigung der Bedürfnisse besonderer Zielgruppen zu bewerten. Damit können Schlussfolgerungen hinsichtlich des „Inclusive Entrepreneurship“ gezogen und bestehende Angebotslücken identifiziert werden. Zusätzlich zur inhaltlichen Befragung werden einige demografische Daten der Gründer/innen erhoben, anhand derer eine multivariate Auswertung z. B. hinsichtlich Geschlecht oder Alter vorgenommen werden kann.
Die systematische Erfassung und der Vergleich der Daten aus unterschiedlichen europäischen Regionen dienten den europäischen Experten dazu, funktionierende Ansätze zu identifizieren und sie für europäische Regionen nutzbar zu machen. Die Sensibilisierung der Entscheidungsträger/innen für zielgruppenspezifische Bedürfnisse trägt dazu bei, dass durch adäquate Angebote zukünftig mehr Menschen der Zugang zu einer Gründungsunterstützung gewährt wird.